Arbeitsgruppe Kinder und Jugendliche

Sprecher:
Thomas Lampert
Dr. Matthias Richter
 

Nähere Informationen geben Ihnen gerne die Sprecher dieser AG.

Thomas Lampert
Robert Koch Institut
Abt. Epidemiologie und Gesundheitsberichterstattung
Seestr. 10
13353 Berlin
Tel. 030/4547-3304; Fax: 030/4547-3513
Email: t.lampert@rki.de
 

Dr. Matthias Richter
Universität Bielefeld
Fakultät für Gesundheitswissenschaften
Tel. 0521/106-3878; Fax: 0521/106-6433
Email: matthias.richter@uni-bielefeld.de
 

Neuerscheinung:
Matthias Richter: "Gesundheit und Gesundheitsverhalten im Jugendalter: Der Einfluss sozialer Ungleichheit". VS-Verlag  (ISBN: 3-531-14528-2)
Inhaltliche Schwerpunkte:
1.       Wie stellen sich Art und Ausmaß unterschiedlicher gesundheitlicher Probleme in der Adoleszenz in Bezug auf verschiedene sozioökonomische Statusgruppen in Deutschland dar bzw. lassen sich für deutsche Jugendliche ähnlich schwache Zusammenhänge zwischen sozialer Ungleichheit und Gesundheit identifizieren, wie für Jugendliche aus anderen westeuropäischen Ländern?
2.      
Wie ist der Einfluss sozialer Ungleichheit auf das gesundheitsrelevante Verhalten in der Adoleszenz zu bewerten, das zwischen sozialer Ungleichheit und Gesundheit vermittelt und damit für eine Erklärung des Wiederauftretens bzw. der Zunahme gesundheitlicher Ungleichheiten im Erwachsenenalter herangezogen werden kann?
3.       Welche Faktoren bzw. Determinanten üben den stärksten Einfluss auf die Gesundheit und das Gesundheitsverhalten in der Adoleszenz aus? Wie ist die Einfluss der Familie (und damit der familiären Herkunft) im Vergleich zur Gleichaltrigengruppe und der Schule zu bewerten?

 

Originalarbeit

Gesundheitswesen 2006; 68: 94-100 (DOI: 10.1055/s-2005-858990)(http://www.thieme-connect.de/ejournals/abstract/gesu/doi/10.1055/s-2005-858990)

Kinder und Jugendliche: Ungleiche Lebensbedingungen, ungleiche Gesundheitschancen
T. Lampert1, M. Richter1, A. Klocke1

1 Robert Koch-Institut, Abt. Epidemiologie und Gesundheitsberichterstattung, Berlin

Zusammenfassung

Kinder und Jugendliche stellen in Deutschland mittlerweile diejenige Altersgruppe dar, die am häufigsten von Armut bedroht ist. Eine Armutslage in der Kindheit bedeutet einen schlechten Start ins Leben und hat oftmals nachhaltige Auswirkungen auf die soziale und gesundheitliche Entwicklung der Heranwachsenden. Schon vor der Einschulung werden bei Kindern aus sozial schwächeren Familien vermehrt Entwicklungsverzögerungen und Gesundheitsstörungen festgestellt. Sie sind außerdem häufiger von Unfallverletzungen und zahnmedizinischen Problemen betroffen. Im Jugendalter lässt sich ein Zusammenhang zwischen der sozialen Lage und dem psychosozialen Wohlbefinden sowie dem Gesundheitsverhalten herstellen. Eine benachteiligte Lebenslage geht aber nicht zwangsläufig mit Gesundheitsproblemen einher. Ein stabiles und unterstützendes soziales Umfeld, insbesondere in der Familie, Gleichaltrigengruppe und Schule, fördert die Ausbildung eines positiven Selbstbildes und sozialer Kompetenzen und damit den Umgang mit belastenden Lebensbedingungen. Sozial- und gesundheitspolitische Maßnahmen, die zum Ziel haben, die Auswirkungen von Armut auf die Gesundheit abzuschwächen, müssen hier ansetzen.

 

Letzte Änderung: 01.03.2006